Digitale Epigraphik – Die Erforschung der Hieroglyphentexte und Bildbotschaften der Maya

Vortrag

Am 17. Januar 2016 trägt das Forschungsprojekt den 2. Fortschrittsbericht im Rahmen der 19. Mesoamerika-Tagung in Berlin vor. Tagungsort ist das Ethnologische Museum der Staatlichen Museen zu Berlin – Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Eingang Takustr. 40, 14195 Berlin.

Der Titel des Vortrags lautet Digitale Epigraphik – Die Erforschung der Hieroglyphentexte und Bildbotschaften der Maya in der virtuellen Forschungsumgebung TextGrid (2. Fortschrittsbericht). Autoren sind Dr. Christian Prager*, Prof. Dr. Nikolai Grube*, Maximilian Brodhun+, Franziska Diehr+, Katja Diedrichs*, Sven Gronemeyer*#, Elisabeth Wagner* (* Universität Bonn, + Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen, # La Trobe University, Melbourne).

Zusammenfassung
Die nur teilweise entzifferte Hieroglyphenschrift und Sprache der Mayakultur steht im Mittelpunkt eines Forschungsprojektes der NRW Akademie der Wissenschaften, das in Kooperation zwischen den Universitäten Bonn und Göttingen durchgeführt wird. Ziel ist die Erstellung einer Textdatenbank und ein darauf basierendes Wörterbuchs des Klassischen Maya. Im Rahmen des Projekts werden die Text- und Bildträger systematisch und nach einheitlichen Standards beschrieben, das Ausgangsmaterial auf der Basis von XML maschinenlesbar gemacht und auf diese Weise die Grundlagen für die Kompilation des Wörterbuchs geschaffen. Dieses Unterfangen wird mit Methoden und Technologien aus den digitalen Geisteswissenschaften in Angriff genommen. Wesentliche Voraussetzung ist dabei, dass nicht nur der sprachliche Inhalt der Inschriften und die ikonischen Informationen der Bilddarstellungen, sondern auch Daten über den Inschriften- und Bilddträger (Beschreibungs- oder Metadaten) berücksichtigt und in einer Datenbank angelegt werden. Zu diesem Zweck werden in TextGrid Tools und Workflows entwickelt, welche die I. Dokumentation der Schrift- und Bildträger mit Aufarbeitung des Forschungsstandes, II. die epigraphisch-linguistische Auswertung der Hieroglyphentexte sowie III. Edition der Texte mit Transliteration, Transkription und Übersetzung in einem einzigen System ermöglichen. Die VRE enthält nicht nur Beschreibungen der Textträger oder Informationen die Texte, sondern der Datenbanknutzer bekommt mit Hilfe der Literaturdatenbank auch einen Überblick darüber, welche Autoren sich mit einem Monument befasst oder es publiziert haben, eine Textpassage diskutiert oder erstmals eine bis heute gültige sprachliche Lesung einer Hieroglyphe präsentiert haben. Der Textträger erhält dadurch eine ‚Biographie‘, die eng mit dem Textinhalten verwoben ist und bei der Bedeutungsanalyse von Wörtern berücksichtigt wird.

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